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Datenrettung bei Hardwaredefekten bzw. defekten Festplatten zum User-Forum Datenrettung bei Hardwaredefekten - defekten Festplatten

Die Problematik bei Hardwaredefekten ist meist zunächst einmal überhaupt auf die Daten zugreifen zu können. Dazu ist zunächst einzugrenzen welche Geräte von dem Defekt betroffen sind. Ist „nur“ das Mainbord, die CPU und\oder irgendwelche Peripherie betroffen genügt es meist diese zu ersetzen und die Daten sind wieder im Zugriff.
Sollte der Defekt durch eine Überspannung die aus dem oder durch das Netzteil gekommen ist schließt sich oftmals eine „Selbsthilfe“ aus. Dies ist dann häufig durch einen „Schmorgeruch“ an der Platine auf der Unterseite der Festplatte erkennbar. Oftmals sind auch Verwerfungen, Schwarzfärbungen oder Risse an einzelnen ICs erkennbar. Daten auf solchen Festplatten sind nur noch von Spezialisten im Labor zu recovern. Eine Liste solcher Dienstleister finden sie unter unseren Links oder unter: Datenrettung Festplatte
Sollte die Platte selbst das Problem sein, diese aber noch vom Bios des Rechners erkannt werden (im Zweifel mehrere Rechner versuchen) gibt es mehrere Möglichkeiten wie u.U. Daten gerettet werden können.

Die Diagnose
Stellen Sie fest von welchem Hersteller die Festplatte ist und um welchen Gerätetyp es sich handelt. Dabei können Sie sich auch gleich die Seriennummer für eventuelle Garantieansprüche notieren. Die Daten hierzu finden Sie auf dem Aufkleber auf der Festplatte.
Gehen Sie auf die Internetseite des Herstellers. Fast alle Hersteller bieten ein kostenloses Diagnoseprogramm an. Neuere Festplatten haben Selbstdiagnosefunktionen die von diesen Programmen abgefragt werden. Die Programme werden im Regelfall mit einem DOS von Diskette geladen und geben Fehlercodes aus.
Sollte sich Ihre Festplatte noch innerhalb der Garantie befinden können Sie mit dem Fehlercode und der Seriennummer nun telefonisch oder via Internet eine Festplatte im „Vorabaustausch“ bestellen.
Ansonsten müssen Sie sich selbst um eine Ersatzplatte kümmern oder z.B. die Daten auf CDs Brennen.
Sollte das Programm keine Fehler feststellen können hilft Ihnen eventuell das Programm Ontrack Data Advisor weiter. Sie finden dieses über unsere Linkliste unter Software.

Vorüberlegungen
Das Wichtigste beim Sichern von Daten von Festplatten mit Teildefekten ist die Laufzeit der Festplatte so gering wie möglich zu halten. Jede Umdrehung kann weitere Daten zerstören oder auch die Letzte sein. Daher möchte ich noch mal darauf hinweisen das während des Betriebs zerstörte Datensegmente oftmals auch im Labor unwiederbringlich sind. Die Oberfläche der Magnetplatten wird dabei physikalisch zerstört. Wer hierbei sicher gehen will sollte die Platte in einem Labor recovern lassen.
Oftmals ist der Datenverlust jedoch schleichend und daher ein Sichern der verbleibenden Daten zeitkritisch aber gut möglich.

War die defekte Festplatte die Systemplatte?
Steht ein weiteres PC System zur Verfügung?

Durchführung

  • Sollte die Festplatte nicht das Betriebssystem enthalten haben können Sie die Ersatzplatte zusätzlich in das System einbauen und die Daten kopieren. Sollte kein Platz mehr am IDE-Bus frei sein (4 Geräte sind möglich) können Sie dafür temporär ein CD-ROM Laufwerk abstecken. Optional können Sie auch mittels eines externen Gehäuses die Festplatte an einem USB Port an den Rechner anschließen.
  • Sollte ein weiterer PC zur Verfügung stehen kann die Festplatte daran angesteckt werden und die Daten damit auf Festplatte, CD oder DVD gebrannt werden.
  • Bei defekten Systempartitionen empfiehlt es sich auf der Ersatzplatte ein frisches Betriebssystem aufzusetzen. Die defekte Festplatte sollte erst nach der Fertigstellung der Installationen angeschlossen werden um zwischenzeitig weiteren Datenverlust zu vermeiden.

Beim Kopieren von Daten von Festplatten mit Defekten bricht ein Kopierbefehl im z.B. Explorer nach einem erfolglosen Leseversuch ab. Ein Kopieren ist damit nur Dateiweise erfolgreich was je nach Datenmenge zu einem nicht zu vertretenden Arbeitsaufwand führt. Daher gibt es „mächtigere“ Kopierbefehle. Ein Tool das hier die zuverlässigsten Ergebnisse liefert ist Robocopy. Das RobustFile Copy Utility ist ein Bestandteil des kostenlos von Microsoft erhältlichen Resource Kit Tools. Diese erhalten Sie im Downloadbereich von www.microsoft.com. Sie sind nur auf englisch erhältlich aber auch auf z.B. deutschen Systemen installierbar. Die aktuelle Version „Windows Server 2003 Resource Kit Tools“ ist auch für Windows XP einzusetzen.
Die möglichen Optionen dieses Tools sind enorm und einem beigefügten 35 seitigen Dokument zu entnehmen.
Das Tool ist am besten über Netzwerkfreigaben zu bedienen. Geben Sie die Daten auf der alten Festplatte als „alt“ frei. Den alternativen Speicherort (z.B. die Ersatzplatte) geben Sie als „neu“ frei. Nun öffnen Sie eine Command (ausführen/CMD) und geben folgenden Befehl ein:

robocopy \\Rechnername\alt\ \\Rechnername\neu /MOVE /R:1 /W:1 /S

Rechnername ist dabei mit dem Namen Ihres Rechners zu ersetzen (im Zweifelsfall über den Befehl „ipconfig –all“ herauszufinden (Hostname)). Sollten Sie versuchen wollen ob defekte Daten bei mehreren Leseversuchen eventuell noch lesbar sind erhöhen Sie die Leseversuche mit dem Wert hinter „W:“.

Das Recovern von Daten mit Hilfe von Programmen wie z.B Ontrack Easy Recovery ist sicherlich immer einen Versuch wert. Diese Tools helfen bei Hardwaredefekten jedoch im den meisten Fällen nicht weiter.




Für eventuelle Schäden oder Datenverluste übernehmen wir keine Haftung.


 

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